Verlaufsprotokoll des Gesprächs mit Rektor Prof. Dr. Schwarz der Hochschule Esslingen

Verlaufsprotokoll Donnerstag, 10.12.2009

Protokoll: Bibiana
Anwesend: Rektorat: Herr Schwarz, Frau Maier, Frau Althaus, Manfred Stilz
Moderator: Lars Thiele (GEW)

Gesprächsstruktur (aus Zeitmangel): Externer Moderator/Forderungen (hochschulinterne Forderungen werden zuerst behandelt, dann bildungspolitische Forderungen) werden vorgelesen/ Rektorat hat 15min Zeit um Stellung zu nehmen/ danach Frage-Antwort je Redner 3min Zeit. Sachliche Ebene beachten!

Forderungen werden vorgelesen.

Lars Thiele wiederholt noch einmal die Gesprächsstruktur und verweist auf die Möglichkeiten, sich zu melden.

15 min. Rede von Prof.Dr. Schwarz:

Rektor Schwarz begrüßt die Anwesenden. Rektor betont, dass „wir gar nicht so weit auseinander liegen und er nicht alles ablehnt- sieht aber differenzierte Betrachtungen der Parteien. Auch er sieht, dass Bildung unterfinanziert und verbesserungswürdig ist. Er verweist auf die Verantwortung der Landespolitik bzw. den Bund, der für Bildungspolitik ebenfalls Verantwortung trägt. Differenzierung zwischen Universitäten und Fachhochschulen. BA Abschluss Universität und FH gleich und dadurch eröffnen sich für uns „ganz neue Perspektiven“. Fachhochschulen sind durch die Gleichstellung die Gewinner des B-Prozess.

Forderung: Geld umschichten von Universitäten an Fachhochschulen.

Begrüßung des Engagements, vermisst aber das Interesse in den studentischen Gremien. „Nachwuchsmangel“.
Wir wollen verstehen, worum es geht. Schaden für Hochschule Esslingen vermeiden, als Institution und für Mitglieder. Wunsch nach Übereinstimmungsfindung bei den Forderungen. Gemeinsam etwas erreichen. Es sei ihm ein Anliegen zu verstehen um was es uns geht  Ziel sei es, jeden Schaden für die Hochschule zu vermeiden!
Statement zu den Forderungen an die Hochschule:

  • VVS-Ticket: Wer ist der Adressat? Nicht die HS. Sondern der Kreistag Göppingen. Die waren nicht bereit, das Geld bereitzustellen. HS kann da nichts machen, kann nur weitertragen. Es wird sich durch diese Forderung konkret nichts ändern.
  • Bibliothek Stadtmitte: Schon längst geplant, rein bauliche Sache durch Studiengebühren finanziert – in Vorbereitung
  • Raumbelegung: Softwaretool movada: HS Vorreiter in ganz BaWü. Probleme bei der Zusammenführung der Stundenpläne FHS und FHTE. Fakultäten müssen zusammenarbeiten, ist in Planung
  • Familiengerechte Hochschule: Gestern Zertifizierung eingegangen. Keine HS ist weiter als HS Esslingen „ist spitze“ –wir können die Zeiten gerne verlängern müssten diese dann allerdings aus zusätzlichen Studiengebühren finanzieren. Verantwortung liegt beim Studentenwerk Stuttgart. Dieses muss wirtschaften. Eigentlich sind alle zufrieden.
  • Verbindlichkeit der Evaluation der Lehre: Wird schon lange diskutiert und ist schon lange Beschlussreif. Verwirrung darüber, dass Studenten nichts wissen. Es muss nur noch beschlossen werden. Wir rennen offene Türen ein.
  • Kleine Seminargruppen: Fakultäten sind verantwortlich für Lehre! Sollen wir lieber Master machen oder Bachelor? Beides sprengt den Rahmen.
  • Wahlfreiheit ist Aufgabe der Studienkommissionen.
  • Sozialpunkte ist Verantwortung der Fakultäten und sollte in den entsprechenden Gremien diskutiert werden.
  • Entlastung der Mitarbeiter. Stimmt zu, Belastungen sind unglaublich. Akkreditierung, Internationalisierung Verwaltung etc. führen zu Belastungen ALLER MitarbeiterInnen.
  • LVVO ist Rechtsgrundlage. Ist nicht Verantwortung der HS. Für Forschung ist fast keine Zeit mehr. Esslingen ist an der Spitze – Land würde bei Forderungen die Mittel umverteilen.
  • Lehrmittel: Wenn Gäste kommen, dann sagen sie, dass sie noch nie eine HS gesehen haben, die so gut ausgestattet ist. „Wir sind dran, wir brauchen nur die Millionen“. Verweise auf die baulichen Neuplanungen (VU Labor/Fahrzeugtechnik)- offene Türen!

Diskussionsrunde: (jeweils max. 3min Redezeit)

StudentIn Soziale Arbeit: Bedankt sich bei Herrn Schwarz- Workload – Wirkliche Gewinner des Bologna-Prozesses? Verweis auf Abbrechherquoten per PPT. Bericht HIS von 2008 vor allem in Ingenieurwissenschaften bei der Umstellung auf Bachelor.

Frau Maier: Wie sind Abbrecherquoten entstanden? Zahlen von 2008 sind nicht repräsentativ – Quoten können noch nicht beurteilt werden, das muss sich erst entwickeln, das muss man beobachten

StudentIn Informationstechnik merkt an, dass Credits unfair sind und verweist auf Abbrecherquote in ihrem Studiengang 55% im Vorbachelor. Schwarz widerspricht und sagt, man könne das nicht belegen. Verweist auf Umstellung vom Diplom zum Bachelor: Praxisemester gestrichen, bessere Struktur, „ausmisten“ Belastung ist strukturell nicht hochgegangen- wenn Credits nicht gerecht sind dann ist das Sache der Fakultäten. Bachelor ist ein Gewinn für die Fachhochschulen OHNE zusätzliche Belastungen. Perspektiven die vor 5 Jahren noch nicht möglich waren (Zugang zu Dr. und Prof.). Wechsel zwischen den Studiengängen problemlos durch eine zumindest deutschlandweite Vernetzung zwischen den Hochschulen die einen Wechsel möglich machen soll. Ist nach Schwarz in Arbeit.

StudentIn Soziale Arbeit verweist auf die Struktur der Modularisierung: Alles ab prüfen ist nicht im Sinne von Bologna! Maschinenbau 9 Prüfungen innerhalb von 2 Wochen. Studenten wollen wechseln wegen enormen Lernaufwand. Warum keine Veränderungswillen wenn es früher auch schon so war.

Frau Althaus: Früher war Zeitaufwand nirgends festgeschrieben. Jetzt in den Modulhandbüchern schwarz auf weiß und daher spürbarer. Hausgemachte handwerkliche Probleme der Fakultäten sind die Prüfung bzw. die Module. Deswegen Evaluation auf anderer Ebene: Wie Module gestaltet sind, Studierbarkeit, Arbeitsbelastungen etc. 2. Stufe der Evaluation: Semestergespräche: In den Fakultäten bzw. Studienkommissionen werden solche Sachen in Zukunft explizit zu besprechen sein
StudentIn Soziale Arbeit verweist auf das Kräfteungleichgewicht in den Entscheidungsgremien und kritisiert Verantwortungsverschiebung an Fakultäten.
„Sie rennen offene Türen ein, wenn sie eine Prüfung von Modul fordern“ – Verweis auf Studienkommission, die zu 50% mit Studenten besetzt ist. Zusammenarbeit mit Studenten war bisher toll ihre Meinungen wurden gehört, wieder Verweis auf Gremien.
Mobilität: Im Sinne von Bologna, Module müssen überall studierbar sein.

StudentIn Fahrzeugtechnik: Verweist auf enormen Workload im Studiengang Fahrzeugtechnik und betont, dass Gremienarbeit während des Studiums aus zeitlichen Gründen nicht mehr möglich ist. Verweist auf Angstzustände, die vor Prüfungen herrschen.

Herr Schwarz: Es machen immer dieselben Gremienarbeit und das sind viel zu wenige. Einstellungsmerkmal Gremienarbeit. Ich habe selber studiert und wahrscheinlich nicht weniger gearbeitet und mich trotzdem engagiert.

WerkstudentIn Informationstechnik verweist darauf, das Bachelor Abschluss im Betrieb wie ein abgebrochenes Universitätstudium angesehen wird. Wie kann die Wertigkeit verbessert werden?

Lernräume sind für ITler bzw. alle anderen Fakultäten nicht vorhanden und die Öffnungszeiten der HS unzureichend.

Frau Althaus: Wir sollen nicht etwas schlecht reden, was für uns später existenziell gut sein muss. Wir sollen uns nichts einreden lassen, unsere Abschlüsse sind etwas wert!

Herr Schwarz: Räume sind am Limit! Studierendenzahlen sind gestiegen um 30%. Entweder es bleiben wenige oder es ist gerecht und wir rücken zusammen. 2012 wird eine Bewerberflut kommen, danach wird es abflauen deshalb macht bauen keinen Sinn!

Studentin Technische Betriebswirtschaft: betont, dass sie vor lauter Workload (Rezensionen, Testate…) nur 6 Wochen vor der Prüfung anfangen zu lernen und muss arbeiten auf die Ferien verschieben. Sie hat das Gefühl, Beschäftigungstherapie- Lerneffekt ist nicht klar.

VVS-Ticket: Verweist auf Ticket in Berlin und Brandenburg, das ohne Zuschüsse von Studenten finanziert wird.

Herr Schwarz sagt, dass Stadt nichts zuschießt, „Sie haben Vorstellung von den Studiengebühren“

StudentIn Versorgungs- und Umwelttechnik spricht psychische Belastung der Studenten an: Durch den erhöhten Druck bekommen immer mehr Studenten Probleme.

Herr Schwarz: Man muss schauen, ob das wirklich auch die Fachhochschulen betrifft.

Umsetzung von Bologna: An Fachhochschulen sind die Einsteigergehälter gestiegen seit der Bachelor Einführung- die Universitäten haben Probleme! Die Industrie und die Verbände wollen unseren Abschluss und wir sollen ihn nicht schlecht reden bzw. abwerten

StudentIn: Zitat Herr Günther: Freiheit in der HS ein 8. Semester einführen! Würde Studienverlauf strecken und entschleunigen. Entlastung/finanzielle Anerkennung der Lehrbeauftragten: Wo ist da noch Spielraum? Wo kann man was machen? Bittet um Information hierzu.

Herr Schwarz: Bologna fordert keine Beschränkung bei konsekutiven Studiengängen. Deutsche Erfindung, da kommen wir nicht raus. Frankenberg ist wohl auch für eine Streckung im Hauptstudium. Evtl. Einführung eines Vorsemesters oder Ähnlichem um verschiedenen Zugängen zum Studium gerecht zu werden.

Lehrbeauftragte: LVVO : Limit erreicht, mehr darf man nicht zahlen an der HS. Vor- und Nachbereitung kann nicht bezahlt werden.

StudentIn Soziale Arbeit: Zusammenrücken. „Herr Schwarz, sie sagen immer, sie sind bei uns –aber WO sind sie, ich habe sie noch nie bei uns gesehen, wo sind sie?“ Frage, wo sind die Prioritäten!

Herr Schwarz: Verweis auf Software- Laut Statistik gibt es Räume. Fakultäten müssen darüber zusammen reden und es wird eine Zeit dauern bis das gemacht wird, „wir sind dran- ich kann aber nicht versprechen wann es passiert“

Herr Schwarz:StudentIn Soziale Arbeit: Durch Jammern anscheinend Abschluss abgewertet. Wir wollen einfach freien Zugang zu Bildung haben! Dadurch dass an Universitäten Masterstudienplätze geschaffen werden, werden Fachhochschulen nicht zur Konkurrenz, dies widerspricht Menschenrecht auf Bildung!

Herr Schwarz: Unvermögen der Universitäten Bachelorstudiengänge richtig zu konzipieren! Bachelorstudiengänge sind exzellent, warum sollen wir diese schlecht reden!
StudentIn Soziale Arbeit: Ihnen ist der Elitebegriff enorm wichtig! Raumproblem: kleinster gemeinsamer Nenner sind 45 Minuten. Subjektiver Eindruck: Vermischung ist nicht gewünscht, bzw. die Verärgerung anderer Studiengänge

Herr Stilz: Es gibt halt Räume da geht das und es gibt Räume , wo man einen Stuhlkreis machen kann – Verweis auf nächstes Semester

StudentIn Soziale Arbeit: Soziale Verantwortung auf der anderen Seite: MitarbeiterInnen der HS leiden enorm unter „Prozessoptimierung“ und fühlen sich nicht wertgeschätzt.

Herr Schwarz: Ich dachte, wir sind bei der Diskussion auf einer Faktenebene angekommen. Dauerstellen werden gefördert. Laut Haushaltsplan dürfen befristete Stellen nicht verlängert werden. Neue Stellen dürfen geschaffen werden, aber das Geld muss da sein aus eigener Tasche. 38,5 Stellen wurden über Studiengebühren geschaffen.

Frau Maier: Einwurf – Es hätte eine weitere Stelle im Rechenzentrum geschaffen werden können aber Studierende waren dagegen.

StudentIn Soziale Arbeit: Verweist auf Stellungnahmen, die beim AK Bildungsstreik eingegangen sind. Fusionsvertrag: Stundentaktung wurde festgeschrieben- auch bei der SAGP.

Grafik: Gehälter von Bachelor Absolventen im Vergleich Diplom/Master

Herr Schwarz: Mächte die Sache mit den Mitarbeiter diskutieren und nicht so stehen lassen.

Herr Stilz: Fahrzeugtechnik musste Stellen abbauen wegen des Solidarpaktes.

Herr Schwarz: Kommentar zu Statistik: Zu undifferenziert. JA Bachelorabsolventen werden schlechter bezahlt im Moment aber das wird sich ändern da ist er überzeugt!

StudentIn Fahrzeugtechnik: Seit Jahren wird geplant und wir sind hier, weil zwar seit Jahren geplant wird aber seit Jahren nichts passiert ist! Wir sind nicht da, um sie zu beleidigen, sie müssen ihre Stellung als Rektor doch nutzen, um bei der Landespolitik auf den Putz zu hauen!

Herr Schwarz: Differenzierung zwischen HS Esslingen und Landespolitik. Wenn man alles diskutiert bleiben nicht viele Forderungen an die HS übrig, die nicht auch ohne Streik zu lösen werden. Wir sollen zusammen Thesen finden, da können wir zusammen stark sein. Findet Masterdiskussion unnötig und verweist auf die Verbesserung des Bachelor. Übereinstimmung: Studenten – Schwarz über Barrierefreiheit- HS Esslingen geht es gut!

StudentIn Biotechnologie: Warum nicht achtsemestriges Bachelorstudium, Verweis auf Besuch bei Frankenberg.

Herr Schwarz: man kann 3 Semester länger studieren. Wir wollen Regelstudienzeit 8 Semester aber da steht Bafög im Weg.

StudentIn Biotechnologie: Nicht glaubhaft: Bestes System im Land und dann kriegen sie es nicht auf die Reihe.

Herr Schwarz: Verweist auf Verantwortung des Studentenwerks was Kindertagesstätte betrifft.

Frau Althaus: Auditierung Familienfreundlichkeit. Man muss andere Wege gehen, Kooperation mit der Stadt Esslingen, dadurch evtl. Mittel vom Studentenwerk frei. Da wird sich was tun!

StudentIn Biotechnologie: Anpassung der Studieninhalte in der Fakultät AN? Strategische Neuordnung: keine Änderungen an den Studienordnungen.

Herr Schwarz: Vielleicht müssen wir da etwas tun. Teilnachsteuerungen sind sinnvoll, aber komplette Änderungen der Studienordnungen sind nicht sinnvoll. Es geht nur darum zu sagen, wir lehnen uns zurück und diskutieren über eine mögliche Neuordnung- es ist nur eine kurze Pause.

StudentIn Soziale Arbeit: „Ich hoffe, wir sind jetzt nicht am Ende sondern am Anfang!“ Betont, dass wir die die direkte Diskussion schätzen.

Wir nehmen am Bildungsstreik teil, um permanent aufmerksam zu machen. Unser Angebot an die Hochschulleitung: Wir stärken euch den Rücken- damit ihr da oben was machen könnt!

Ausblick: Besprechung heute Abend im Plenum.

Herr Schwarz: Wir müssen zu Ergebnissen kommen. Keine diffusen Forderungen stellen, so kommen wir nicht weiter.

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