FAQ

Gegen den Bildungsstreik?

Dieser Text soll ein Versuch sein, auf häufig vorgetragene Kritik an der Hörsaalbesetzung zu antworten, vielleicht findest Du auch deine Punkte darunter…
1. Der Protest bringt doch eh nichts…
Es muss bewusst sein, dass eine Änderung der Studiensituation, die durch jahrzehntelange Verfehlungen in der Bildungspolitik entstanden ist, nicht über Nacht erfolgreich sein kann. Durch die Besetzungen wurde als erster Erfolg die Bildungsmisere in das Licht der Öffentlichkeit gerückt. In Österreich war Bildungspolitik bereits Thema einer aktuellen Stunde im Bundesparlament. Die meisten Verantwortlichen sehen sich plötzlich zur Rechtfertigung genötigt. Der Druck der bundesweiten Besetzungen zeigt also Wirkung! Es kommt nun darauf an, den Druck aufrecht zu erhalten, bis konkrete Forderungen erfüllt sind.
2. Die Besetzer stören die Bildung, mehr als sie ihr nutzen…
Unser Ziel ist eine nachhaltige Verbesserung der Studiensituation. Dafür müssen wir politischen Druck aufbauen und dafür benötigen wir eine Arbeitsbasis, von der aus wir gehört werden und mit KommilitonInnen diskutieren können. Den Lehrbetrieb zu behindern ist nicht unserer Absicht! Wir haben dafür gesorgt, dass es einen alternativen Belegungsplan gibt und täglich einen Zeitrahmen, der auch das Lernen im besetzten Hörsaal ermöglicht.
3.Die schwingen doch nur lange Reden…
Wer ins Plenum kommt, mag zuerst glauben, dass dort vor allem lange debattiert wird. Wir ziehen die breite Partizipationsmöglichkeit unseres basisdemokratischen Konzepts bewusst undurchsichtigen Hinterzimmer-Beschlüssen vor. Basisdemokratie hilft dabei, die Ausbildung von Hierarchien zu vermeiden und fördert die Akzeptanz der Plenumsbeschlüsse. Schließlich soll allen Betroffenen (also Dir) die Mitsprache ermöglicht werden.
Nicht nur die Mitsprache, sondern auch die Mitarbeit ist uns wichtig; nicht nur reden, sondern handeln! Jede und jeder ist eingeladen in den bestehenden Arbeitskreisen mitzuarbeiten oder neue zu gründen.
4. Dort sind doch eh nur die „Sozis“…
Da zeigen unsere Plenarsitzungen eindeutig eine andere Realität, bislang sind schon verschiedene Fakultäten vertreten, z.B. VU, CI, MB, KTB, SAGP, TEB, FZ, SWB, ME, BW, WI. Das Plenum sieht sich als ein pluralistischer Zusammenschluss von Interessierten, die an der Bildungssituation etwas ändern wollen. Unser Anspruch ist es, allen eine Stimme zu ermöglichen. Im H4 ist jede/r willkommen, der sachlich diskutieren will. Der Protest basiert auf Argumenten und Eigeninitiative…
5. Denen kommt‘s doch nur auf Radau und Spaßprotest an…
Das ist eine eher unreflektierte Aussage. Viele von uns haben bereits mehrere Nächte im eher unbequemen H4 geschlafen. Wir sprechen uns gegen exzessiven Alkoholkonsum aus und wir kooperieren mit den Hausmeistern um Müll und Schäden zu vermeiden. Zudem werden gesellschaftskritische, philosophische und andere interessante Vorträge organisiert, um unseren bildungspolitischen Ansprüchen gerecht zu werden. Dass die Arbeit auch Spaß machen soll, steht ihrem inhaltlichen Ernst nicht entgegen. „Wenn ich nicht tanzen kann, dann ist es nicht meine Revolution“ (Emma Goldmann)
6. Das Besetzer-Plenum ist nicht als studentisches Sprachrohr legitimiert…
Die Frage ist, wer dann? Dies ist ein Zusammenschluss von Leuten die sich für eine bessere Bildungssituation einsetzen und jeder kann dazu kommen. Bildung ist ein gemeinschaftlichen Gut und von gesellschaftlichem Interesse. Ein geeignetes Gremium an unserer Hochschule gibt es nicht, da sich der Asta laut Landeshochschulgesetz nicht politisch äußern darf.


%d Bloggern gefällt das: